Dom-Café Meldorf

 
   
 

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Dom-Café Meldorf : Geschichte

 
     
     
 
     
     
  Der Markt in Meldorf

Im Besitz der Familie Sattler sind alte Glasplatten, die verschiedene Gebäude im Markt zeigen.

Das nebenstehende Foto der Sankt-Johannis-Kirche (Meldorfer Dom)  wurde vor dessen Umbau aufgenommen, der von 1879 bis 1882 dauerte.

Der Bau aus dem 13. Jahrhundert begann schon im 17. Jahrhundert zu verfallen. 1866 brannte der Turm ab und wurde kurz darauf neu errichtet. Nach der Renovierung von 1879 ff. erhielt der Dom sein heutiges äußeres Aussehen.

Meldorfer Dom im 19. Jahrhundert

 
       
  Der Südermarkt

Der Fotoausschnitt zeigt einige Häuser am Südermarkt. Das Gebäude, in dem sich heute das Dom-Café befindet, ist das erste auf der linken Seite. Obwohl das Haus auf dem Bild abgeschnitten ist, ist doch deutlich zu erkennen, dass das erste Stockwerk schon ausgebaut war. Bei den nebenstehenden Häusern war das noch nicht der Fall.

Meldorf: Marktplatz im 19. Jahrhundert

 
       
     
     
     
  Das Gebäude des heutigen Dom-Cafés

Das Haus am Südermarkt 4 in Meldorf wurde vermutlich 1790 als Weinschänke erbaut. Später wurde es in eine Weinhandlung umfunktioniert. Noch heute ist ein bemerkenswerter Gewölbekeller zugängig, in dem der Wein gelagert wurde. 

Bis in das 20. Jahrhundert hinein existierte die Weinhandlung Stollberg. Eine bekannte Meldorfer Postkarte zeigt die Weinhandlung mit einem der ersten PKW davor.

Dieses Foto ist freundlicherweise zur Verfügung gestellt von

Dom-Foto

Dom-Café Meldorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts  
       
       
  Das Café

Die Postkarte auf der rechten Seite trägt die Aufschrift "Conditorei u. Domkaffee Heinr. Blöcker". Die Familie Blöcker war eine alteingesessene Meldorfer Bäckerfamilie, die ihren Bäckereibetrieb mit diesem Café erweitern wollte.

Konditorei Blöcker, heute Dom-Café

 
       
  Der "Kunst-Konditor"

Der 1913 geborene Werner Kornmann aus Düsseldorf übernahm das Café in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Jahr 1950 setzte Kornmann eine neue Idee um: Er begann Ausstellungen in seinem Café zu organisieren. Mit der Zeit bekam er den Beinamen „Kunst-Konditor“. In den ersten Jahren arbeitete er zusammen mit Detlef Boysen, später dann allein.

 
       
 

Im Lauf der Zeit wurde der Einzugsbereich immer größer. Die Ausstellungen fanden weit über die Grenzen Dithmarschens hinweg Anerkennung. Im Jahr 1964 veröffentlichte die Verlagsgesellschaft „Die Konditorei“ aus Mönchengladbach einen Artikel über das auch zu der Zeit noch ungewöhnlich Phänomen von Ausstellungen in einer Konditorei. Im Jahr 1967 erschien ein zweiseitiger Artikel in Farbe über die Ausstellungen im Dom-Café in der französischen Ausgabe des Magazins „international scala“. Eine Bildunterschrift lautet: „Das Dom-Café stellt nicht nur die Werke lokaler Künstler aus, sondern auch die Werke schwedischer oder amerikanischer Künstler, sogar Radierungen von Chagall oder Picasso.“

Bis in die siebziger Jahre führte Kornmann Café und Galerie weiter. Es folgten zwei andere Inhaber, und im April 1990 übernahmen Frauke Sattler-Dreier und Jürgen Sattler das Haus und die Tradition der Kunstausstellungen. Bei laufendem Betrieb renovierten sie das Haus von Grund auf. Als letztes war 1992 der Bunte Pesel fertig gestellt.

 

Quellen 

Brief der Verlagsgesellschaft „Die Konditorei“ vom 10.12.1964

Meldorfer Hausfreund vom 4.6.1965: „Meldorfs Kunst-Konditor feiert Jubiläum“

International scala, édition française, April 1967

DLZ, 17. Mai 1969: “Glanz und Ansehen Meldorfs durch Kunstgalerie – Werner Kornmann, Leiter der Kunstgalerie Dom-Café Meldorf, präsentiert 200. Ausstellung“

Dithmarscher Rundschau vom 3.2.1981: „Ist das Dom-Café bald 200 Jahre alt?“